Bescheuert im Strassenverkehr – 1

Dies ist Teil 1 einer neuen unendlichen Geschichte. Ab jetzt regelmässig, mindestens einmal wöchentlich!

Ich werde mich ab jetzt hier regelmässig über das aufregen, was ich im Strassenverkehr täglich so erlebe. Das folgende Erlebnis ist allerdings schon zwei oder drei Wochen her. Aber irgendwo muss man ja anfangen!

Heute: Kurve schneiden.

Ich schneide Kurven prinzipiell nicht. Never ever (ausser, wie schon so oft gesagt, auf dem Nürburgring). Die Gegend wo ich arbeite ist eher dörflich, viele Bach- und Flüsschen-Täler und dementsprechend kurvige, aber übersichtliche Strecken, normale Landstrassen, sogar die ein oder andere Bundeststrasse ist dabei. Kein Überholverbot, keine unangemessene Geschwindigkeitsbegrenzung; alles easy, eigentlich.

Weil ich halt keine Kurven schneide.

Aber die einheimischen Spackos, die einem ständig in der Kurve auf der falschen Seite entgegenkommen, die tun es!(*)

Aus der Erfahrung heraus, dass da gestern ja auch keiner entgegen kam, wird die Kurve wie gewohnt geschnitten. Geht ja bei dem Tempo mit dem Auto auch gar nicht anders. 60% der Fahrer die mir dort in Kurven entgegen kommen, müssen den Kurs korrigieren, weil sie mindestens eine halbe Wagenbreite über die Mittellinie sind. Und weil hier viele Leute so unterwegs sind – und manchmal eben auch an der Grenze dessen, was für sie oder das Auto noch beherrschbar ist – stehen hier auch so viele Kreuze am Strassenrand ‚rum.

Arme Irre.

Aber nun zu dem Erlebnis, um das es mir eigentlich geht:

Nicht nur die, die sich irgendwann den Hals abfahren schneiden hier die Kurven, sondern anscheinend fast jeder. Und ist man auch noch so langsam unterwegs …

Ich bin also auf besagter Strecke unterwegs (Feierabend) und habe jemanden vor mir, der es aus irgendeinem Grund nur bis auf 65 km/h auf der Landstrasse bringt. Ausserdem schneidet er wirklich jede (hier hätten bei mir eigentlich schon die Alarmglöckchen klingen müssen) Kurve, nicht nur Linkskurven, nein: auch Rechtskurven. Dafür  muss vorher so weit ausgeholt werden, dass man aus der Rechts- quasi wieder eine Linkskurve macht.

Das Spiel habe ich mir ein paar Minuten angetan und dann auf einem Stück das sich nur leicht schlängelt, sehr – ich würde sogar sagen: ausserordentlich – gut zu überblicken ist (minimum 800-1000 m), zum Überholen angesetzt.

Blinker raus, vom 6. in den 3. geschaltet und Vollgas. Während der Turbo auf Pferdchenjagd geht, versichere ich mich nochmal über alle Rückspiegel und nach vorne hin, dass wirklich kein Hindernis unverhofft auftauchen kann.

Ich schere also mit ca. 20 km/h Geschwindigkeitsüberschuss auf die Gegenfahrbahn aus. Als ich mit meiner Stossstange etwa auf der Höhe seiner B-Säule angekommen bin, zieht diese Hohlbirne auf einmal links rüber, weil eine „Kurve kommt“, die eine Richtungsänderung von 10 Grad erfordert.

Von meiner Sicht aus passierte dann folgendes:

  1. Vollbremsung. Hupe.
  2. Fluchtweg suchen, ich bin ja schon ganz links. Und schon eine halbe Reifenbreite weiter.
  3. Noch weiter nach links ziehen (Grünstreifen).
  4. Hoffen, dass das ESP und das ABS mein Auto dahin fahren, wo ich es hin haben will. Vollbremsung in einer leichten Linkskurve mit den linken Rädern auf dem Grünstreifen will ich ohne ABS und ESP nicht wirklich mal erleben.
  5. Uff, sogar noch vor dem nächsten Begrenzungspfosten es wieder hinter die „Schneiderin“ und dann mit allen Rädern auf die Strasse geschafft. Kein Schaden, weder bei mir, noch bei ihr (ja, es war eine Frau). Hätte bei 18″ und 35er Querschnitt und ca. 10 cm Bodenfreiheit auch anders ausgehen können. Auch für die Pappnase.
  6. Zum Glück sind hier die Leitplanken nur auf den Aussenseiten der Kurven angebracht.

Den Rest (Anhalten, zur Sau machen Rede stellen, nichts einsehen, sich im Recht fühlen „wie kann man nur in der Kurve überholen?“) erspare ich Euch. Vollpfosten halt. Diese Leute fahren Auto und wissen überhaupt nicht, was sie tun. Immerhin ist sie von selbst rechts rangefahren.

(*) Dass viele Autofahrer nicht so richtig wissen, was sie da tun, hat natürlich nichts mit dieser speziellen Gegend zu tun. Ich fahre jetzt lange (26 Jahre) und weit ( einmal zum Mond und ein Drittel schon wieder zurück …) genug; mir ist also bewusst, dass das überall so ist!

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