Mehr Punk, weniger Hölle: wie man richtig regiert

… nämlich anscheinend am besten gar nicht.

Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet über die vergangene – ich nenn‘ sie mal – „Legislaturperiode“ in Island. Die letzte Wahl (27.05.2010) hatte die anarchosurrealistische Partei, getauft «Die Beste Partei», gewonnen. Eine anarchistische Partei ist ja auf den ersten Blick so sinnvoll, wie eine AfD, die für das Europaparlament kandidiert.

Wenn allerdings eine Partei ansagt, sie werde alle Wahlversprechen brechen (Homoioteleuton, invertierte Alliteration, beabsichtigt), wird sie aufgrund ihrer Ehrlichkeit gewählt. Die Isländer sind da konsequent. Die haben ja auch keine Banken gerettet, sondern die einfach verrecken lassen.
Ich kann mich auch dunkel an eine Zeit erinnern, in der es in Belgien mit dem Regieren sehr gut funktioniert hat. War in der Zeit, als sie in .be keine funktionierende Regierung hatten.

Wir schalten jetzt um zum Tagesanzeiger, nach Island:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893

Ich muss auf jeden Fall einen Abschnitt samt Zwischenüberschrift komplett zitieren, von wegen Wahlversprechen, die man mit Ansage brechen will, bzw. solchen, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen:

«Es war Gruppensex»

Um die Kühnheit der Wähler von Reykjavik zu würdigen, genügt es, die wichtigsten Wahlversprechen der Besten Partei nachzulesen. Sie versprach:

  • Gratishandtücher in den Schwimmbädern.
  • Einen Eisbären im Zoo.
  • Den Import von Juden, «damit endlich jemand, der etwas von Wirtschaft versteht, nach Island kommt».
  • Ein drogenfreies Parlament bis 2020.
  • Tatenlosigkeit: «Wir haben ein Leben hart gearbeitet und wollen uns nun vier Jahre gut bezahlt erholen.»
  • Ein Disneyland mit wöchentlichem Gratiseintritt für Arbeitslose, «wo sie sich mit Goofy fotografieren dürfen».
  • Mehr Nähe zur Landbevölkerung: «Jeder isländische Bauer soll gratis ein Schaf ins Hotel nehmen dürfen.»
  • Gratis-Bustickets. (Mit dem Zusatz: «Wir können mehr versprechen als alle anderen Parteien, weil wir jedes Wahlversprechen brechen werden.»)

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