Filterblase geplatzt!

Meine Filterblase ist geplatzt.

Wenn ich auf Youtube gehe oder auf andere, sich selbst anhand von Cookies „personalisierende“ Seiten, kriege ich neuerdings komplett andere Vorschläge gemacht, als das noch am Donnerstag der Fall war. Hach, ist das erfrischend.

Und das kam so.

Gestern, am Donnerstag, ist mir beim Google-Earthen der alte Laptop (Sony Vaio 11H, Baujahr 2006!) endlich verreckt. Was bisher schon nicht mehr funktionierte:

  • Beim Video-gucken sprang der Lüfter nach einer gewissen Zeit auf Ölf Hüüüh und blieb so bis zum Neustart.
  • CD/DVD – Laufwerk: das hat schon vor ca. 3 Jahren den Geist aufgegeben. DVDs können noch gelesen werden, sonst nix. Früher konnte ich DVD-RAM damit benutzen …
  • Das Display: vor ca. anderthalb Jahren ist die Lampe (CFT) ausgegangen und nie wieder an. Seitdem lief er an einem externen 1280×1024 Display. Den Vaio auf den externen Monitor umzuschalten war ein Kraftakt, denn
  • Die Tastatur hatte schon länger Aussetzer: ich musste also ziemlich auf der „externen Monitor einschalten“ – Taste rumhämmern während ich mich mit halbem Körpergewicht auf die „fn“-Taste stützte, bis dort endlich das Licht anging.

Das Bild auf dem externen Monitor wurde streifig, die Maus blieb stehen (das hatte mich noch nicht wirklich geschockt, bei Benutzung von Google-Earth gab es selten bis manchmal einen BSOD). Der Monitor wurde dunkel, der Lüfter stieg von 2-3 Hüh auf knapp 8 Hüüüüh, der Monitor wurde aber nicht blau. Ausschalten, abkühlen lassen, Neustarten. Uff, wenigstens das Flackermuster der Festplatten-LED wirkte vertraut; so langsam müsste der Zeitpunkt kommen, wo der Benutzer automatisch angemeldet wird und das erste Bild auf dem externen Monitor erscheint. Der kam aber nicht, stattdessen schaltete sich die Festplatte ab und der Lüfter sprang wieder an. Mist!

Meine Diagnose vorerst: Nvidia-Grafik gestorben. Die Platte (auch schon SATA) wird wohl noch tun.

Ich also los zur Bank und dann in den nächsten Elektro-Großmarkt.

Es wurde ein Lenovo G50-70 (Auslaufmodell für kleines Geld).

Meine Vorgehensweise bei solchen „Not“-Beschaffungen (ich brauche das Teil zum Arbeiten, ich bin Freiberufler) ist folgende: Ich fange beim billigsten an und gehe soweit, bis mir erstmal die Features gefallen, wichtig ist mir, in dieser Reihenfolge:

  1. Display und Grafik:
    Ich stehe auf glänzende, fast spiegelnde Displays. Hell genug müssen sie sein und größer als 15 Zoll. Matte Displays funktionieren bei streifend einfallendem Sonnenlicht (habe ich jeden Abend) nicht so gut. Die Spiegelungen des Rechners, den ich gekauft habe, stören eigentlich nur, wenn man einen komplett schwarzen Bildschirm hat und man selbst extrem hell beleuchtet ist. Ein externer Monitor sollte anschließbar sein.
    Die Auflösung muss hoch genug sein, dass ich bei normalem Arbeitsabstand keine einzelnen Pixel sehe. Allerdings auch nicht so hoch, dass normaler Text im Web zu klein wird.
    3D-Leistung brauche ich nicht. Die Grafik ist die in den i7 verbaute Intel-HD-Grafik. Für Google Earth mit 3D-Gebäuden durchaus ausreichend schnell. Zum Zocken taugt die nichts, weil das Antialias für meine Begriffe nicht „smooth“ genug ist, trotz 4fach „Multisampling“.
  2. Prozessor und Speicher
    Core i7 muss es schon sein. Dieser hier hat zwei (physikalische) Kerne mit Hyperthreading, also 4 logische Kerne, max. 2,8 GHz, das reicht für das, was ich mit dem Teil mache, durchaus aus.
    Er hat 4 GB verbaut und noch 3 Steckplätze frei. Also kommen jetzt nochmal 8 GB druff (kosten ca. 16€).
  3. Energieverbrauch
    Er sollte auch mit dem Akku eine Zeitlang laufen, wenn man nicht gerade Videos guckt oder Qt neu kompiliert.
    Dieser hat eine 32 Wh-Batterie, die für knappe 5h Web-Surfen ausreicht und mit dem Zigarettenschachtel großen Netzteil auch in max. 30 Minuten (bei nicht-Gebrauch) wieder voll ist.
  4. Tastatur muss auch unterwegs brauchbar sein. Um das zu testen mache ich einfach im Geschäft Notepad auf und fange auf’s Geratewohl an loszutippen. Das „Gefühl“ muss stimmen. Es tat es. Außerdem hat er einen separaten Ziffernblock. Für Programmierer unschätzbar.
  5. Festplatte
    Groß genug muss sie sein (hat 500 GB, das reicht mir), ausreichend schnell. Das sind heute durchweg alle Festplatten. Erste selbstprogrammierte Tests haben ergeben, dass die hier verbaute Platte schreibend/lesend durchaus 60/100 MB/s durchhält.
  6. Betriebssystem
    Windows, am liebsten Win7, zur Not auch 10. Brauche ich einfach zum Arbeiten (ich entwickle Software, die unter Windows laufen muss). Dieser hier hat(te) Windows 8 drauf. Das war in 15 Minuten soweit eingerichtet, dass er per WLAN in weiteren 15 Minuten die Installationsdateien für Windows 10 runtergeladen hatte. Nach weiteren anderthalb Stunden war Win10 installiert und reibungslos am Laufen. Schön. Ausserdem wurden beim Update noch ein paar vorinstalliere Lenovo-Bullshit-Tools (und ein unnötiges Antivirus) entfernt, weil sie „unter Windows 10 nicht mehr funktionieren“.

Ich betreibe den Laptop hauptsächlich stationär zuhause am Schreibtisch mit zusätzlichem externen Monitor, externer Tastatur und Maus. Trotzdem ist es super, dass dieses Teil sehr leicht (2 kg) und kompakt (dünner als 25 mm) ist und recht lange durchhält und man gut drauf tippen kann. Das Mauspad ist übrigens Multi-Touch fähig und der Sound ist laut genug, dass man auch in belebter Umgebung Sprache verstehen kann. Eine Kamera und Stereo-Micro zum Skypen hat er auch.

Also alles in allem kein Fehlkauf. Ausserdem ist er unhörbar bis sehr leise. Die Platte ist mit max. 25dB(A) so leise, dass man maximal (aber sehr selten) mal die Kopfbewegungen „erlauschen“ kann, um das reine Laufgeräusch zu hören, muss es schon sehr still sein und das Laufwerk sich abschalten, dann merkt man, wie leise es war. Wird der Kopf „geparkt“, hört man ein sehr leises, aber vernehmbares Klicken.

Was mich total frustriert hat, war die kurze (ca. 30 Minuten) „Erfahrung“ von Windows 8. Ist das ein Dreck! Ich habe die ganze Zeit nur gedacht „Mann! Das hier ist ein Laptop und kein Smartphone mit Wisch-Bildschirm.“ Taschenrechner ausschließlich Fullscreen-App. Ich habe buchstäblich NICHTS gefunden und war froh, dass der von selbst angefangen hat, Win10 runterzuladen …

PS: Die Filterblase bläst sich schnell wieder auf. Ich denke, Google und Co. erkennen mich an meinem Verhalten und haben mich schon wieder entsprechend zugeordnet.

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