Archiv für die Kategorie Wissenschaft

Bescheuert im Straßenverkehr


Aus der beliebten Reihe …

Man muss echt immer mehr aufpassen. 90% aller Straßenverkehrsteilnehmer sind mittlerweile anscheinend komplett bescheuert. Ich zähle mich (wie die anderen 90% auch) zu den überdurchschnittlich gut fahrenden 10%. Ob das wirklich so ist, könnte wahrscheinlich nur ein außenstehender Sachverständiger klären. Ich fahre aber seit diversen Jahrzehnten unfallfrei (zwar 2 Autos eigenhändig zerlegt, aber ohne andere geschädigte Fahrzeuge oder Personen) und bin somit auf 27% bei der Haftpflicht, nach schätzungsweise einer Mio. gefahrener Kilometer. Man möge sich also ein erstes Bild machen.

Heute hatte ich (mitten im Berufsverkehr) folgende Situation:

Ich komme nach Hause, muss noch einmal links von der Bundesstraße auf die Straße einbiegen, die direkt in mein Dorf führt. Das ist eine Bundesstraße mit einer Fahrspur für jede Richtung, keine bauliche Trennung, durchgezogene Mittellinie und im Kreuzungsbereich gibt es eine Linksabbiegespur, in der Gegenrichtung einen Sperrstreifen und natürlich das implizite Überholverbot. Aber keine Geschwindigkeitsbegrenzung in keine Richtung und auch kein Stop-Schild, wenn man auf die Bundesstraße einbiegen will. Man kann ja in jede Richtung weit genug sehen.

Berufsverkehr. In jede Richtung alle 30-50 Meter ein Auto, unterwegs mit gut 100 km/h.

Während ich auf der Abbiegespur langsam rolle kommt mir ein Q7 entgegen, mittlerweile eine gute halbe Fahrzeugbreite auf dem Sperrstreifen und driftet immer weiter nach links. Ich kann nicht mehr weiter nach rechts, weil dort auch der Verkehr weiter läuft. Ein entgegen kommendes Auto hört keine Hupe, also betätige ich die Lichthupe. Mehrfach, schnell hintereinander, manchmal lange.

Dann passiert innerhalb einer Sekunde etwa folgendes:

  • Derjenige der darauf wartet, dass er endlich nach links auf die Bundesstraße einbiegen kann, interpretiert meine Lichthupe als „Du kannst fahren, ich lasse Dich vor“.
  • Er fährt los (wie bescheuert kann man sein?)
  • Ich latsche volle Kanne in die Eisen (hoffentlich ist keiner hinter mir).
  • Der Q7-Fahrer bekommt offensichtlich auch wieder etwas mit und weicht heftig nach rechts aus, verfehlt sowohl den unbedarften Einbieger als auch mich nur um Sackhaaresbreite.
  • Ich biege ab. Mir wird schlecht.

Es ist NICHTS passiert. Aber ein auch nur um Zehntelsekunden verschobenes Timing, und es wären mindestens fünf bis 10 Autos in eine Massenkarambolage verwickelt gewesen. Und nicht nur mein neuer, alter, schöner Z4 wäre wahrscheinlich nur noch ein paar €-Cent pro Kilogramm wert gewesen.

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Genderknoten


Hehe, nein, es geht nicht um Unisex-Toiletten oder ähnliches, es geht um die deutsche Sprache. 🙂

Es gibt ein Buch von Murray Gell-Man, das auf Deutsch heißt: „Das Quark und der Jaguar“. Es soll hier aber nicht um das Buch, auch nicht um das Quark, gehen. Der Titel hat nur zu meinem jetzt hier veröffentlichten Gedankengang geführt.

Es geht um den Jaguar. Und die Ente. Gemeint sind die Tiere, nicht die Autos!

Mit ein Grund für die Schwierigkeiten, die Fremdsprachler mit dem Lernen der deutschen Sprache haben, dürfte sein, das wir (wie übrigens auch die romanischen Sprachen) Dingen manchmal – aber nicht immer – ein (grammatikalisches) Geschlecht verpassen. Wobei es da im Französischen (bei Italienisch bin ich mir nicht sicher) kein Neutrum gibt, „le“ (der/das) und „la“ (die), das war’s. Wobei, wie angedeutet die meisten deutschen Neutra (Neutren?) auf das französische „le“ abgebildet werden.

Ich schweife ab, zurück zu den beiden Tierarten.

Da finde ich es regelrecht schräg, dass das Geschlecht der ganzen Tierart bis auf weibliche und männliche Individuen „durchschlägt“:

  • die männliche Ente nennt man (Abgesehen von Erpel) „eine männliche Ente(f)“
  • den weiblichen Jaguar nennt man „einen weiblichen Jaguar(m)“.

Die männliche Ente und der weibliche Jaguar. Wenn das nicht kontraintuitiv ist, weiß ich es auch nicht.

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Ein Kommentar

Die unheimliche Dichte der englischen Sprache


Ich vergleiche ja gerne mal verschiedene europäische Sprachen miteinander. Dass ich mich da auf Deutsch, Englisch und Französisch beschränke, liegt daran, dass ich keine andere Sprache „beherrsche“.

Ich habe eben auf einem amerikanischen Blog (Pharyngula, übrigens sehr lesenswert) in einem Kommentar folgenden Satz gelesen:

Even when they’re wearing science’s ill-fitting castoffs, right wing bullshit takes almost exactly the same forms.

Ich versuche mal, den markierten Teil zu übersetzen:

Sogar dann wenn sie die schlecht sitzenden, abgelegten Kleider der Wissenschaft auftragen, …

Viel kürzer geht’s wahrscheinlich nicht. Trotzdem sind das mal eben 50% mehr Wörter, Silben und Buchstaben. Und man kann sich auch im Deutschen (zumindest ich) nicht sicher sein, wo die Kommata wirklich hingehören und wo nicht. Und das „they’re“ hätte man im zitierten englischen Original auch noch ohne Probleme weglassen können!

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Werbung im „Internet“ (WWW)


Disclaimer: Dieses Blog wird in keinerlei Weise von irgendjemandem gesponsert, außer, dass es mir von WordPress (interessant: ich habe „W_ordpress“ ohne Binnenmajuskel-„P“ geschrieben) kostenlos zur Verfügung gestellt wird, das wird sich auch nicht ändern; ich verdiene in meinem regulären Job genug und betreibe das Blog nur zum Spaß.

Im Folgenden kommt aber irgendwann ein Screenshot einer Anzeige, der so wirken könnte, als würde ich hier für etwas werben. Dem ist nicht so, das ist ein Screenshot, also quasi ein Zitat.

Nachdem das geklärt ist, also los:

Ich surfe normalerweise im Web mit dem Firefox und einem bekannten Adblocker. Ein paar Seiten (z.B. heise und die Süddeutsche, die meisten Blogs) benutze ich aus verschiedenen Gründen (die Werbung ist nicht nervig, blinkt nicht rum und solche Sachen, außerdem möchte ich diese Seiten unterstützen, weil sie mir etwas bringen) ohne Adblocker. Seiten, die mir den Akku leer saugen, weil ständig Animationen laufen, benutze ich nur, wenn sie auch mit Adblocker funktionieren.

Jetzt habe ich in den letzten Wochen zweimal folgende Vorgehensweise im Web an den Tag gelegt:

  1. Ich interessiere mich für ein konkretes Produkt (nicht unbedingt auf einen Hersteller fokussiert).
  2. Ich google danach und folge – entgegen meiner normalen Praxis – auch schon mal den gesponserten Links auf den ein oder anderen Hersteller eines solchen Geräts. Ich gucke mich auf deren Seiten um, informiere mich über die Eigenschaften.

Den Rest des Beitrags lesen »

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Homöopathie


Ich habe einen Arbeitskollegen, ansonsten ein recht rationaler Mensch – zwei (2!) Meisterbriefe (Schlosser, Elektroniker), etwa in meinem Alter. Allerdings ist er in meiner Arbeitsumgebung (6 Leute) der einzige, der noch in der Kirche ist. Weil er meint, die würde so viel Gutes tun.

Jetzt habe ich bemerkt, dass er bei seinen Gicht-Attacken Arnika D30 nimmt.

D30. Das bedeutet, die sogenannte „Urtinktur“ wird 30-mal um den Faktor 10 verdünnt. Das macht im Endeffekt einen Faktor 10^-30.

Das ist – und zwar auch im Geiste der Homöopathie – gleich doppelt absurd.

Arnika ist ein Extrakt aus einer Pflanze. Man kann diese Pflanze tatsächlich „naturheilkundlich“ zu verschiedenen Zwecken einsetzen, auch zur lokalen Schmerzlinderung. Also müsste nach dem Prinzip der Homöopathie Arnika in dieser Verdünnung („Potenzierung“) unglaubliche Schmerzen verursachen. Deswegen wird in der Homöopathie ja auch z.B. Brechnuss gegen Brechreiz und Übelkeit eingesetzt. Also ist Arnika gegen Schmerzen schonmal grundfalsch. Im Sinne der Homöopathie. Trotzdem wird Arnika D30 als Mittel gegen Gelenkschmerzen verkauft und ist apothekenpflichtig.

Nun zur sogenannten „Potenzierung“.

Das Ausgangsmittel (nehmen wir der Einfachheit halber einfach an, es wäre 100%-Arnika, was auch immer das sein soll) wird in 30 Schritten jedesmal mit destilliertem Wasser (sagen wir 10^-9 Verunreinigungen drin, also weniger als 1 pbb, Parts per Billion, Teile pro Milliarde, und das ist schon sehr teuer) um den Faktor 10 verdünnt. Dann geschüttelt, nicht gerührt. Dann die Nächste Verdünnung.

Also ist man ca. beim neunten Verdünnungsschritt mit der Ausgangssubstanz genauso weit wie mit den vorher vorhandenen Verunreinigungen im (hoffentlich) entionisierten Wasser. Und die ganzen (kaum vorhandenen) Verunreinigungen hat man ja die ganze Zeit mit potenziert.

Danach komman dann nochmal 20-21 „Potenzierungs“-Verdünnungs-Verklopfungs-Schritte.

Das heißt: man hat die ganzen (sämtliche) Verunreinigungen des hoffentlich nicht Leitungswasser gewesenen Verdünnungsmittel 20 bis 21 Mal mit potenziert.

Und nimmt die als D20 gleich mit.

Und das soll (im Sinne der Homöopathie) noch gegen Schmerzen helfen? Wenn ich an Homöopathie glauben würde, würde ich eher sagen, „das bringt einen wohl ganz schnell um“.

Das ist alles so absurd, ich verstehe nicht, warum Menschen solche Mittel kaufen.

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Musik und (nicht funktionierende) „Nebentätigkeiten“


Ich bin ein Mensch dem Musik sehr wichtig ist, sie hat daher einen entsprechend großen Anteil an meinem Leben.

Heute morgen auf der Fahrt zur Arbeit ist mir bewusst geworden, welchen – buchstäblich! – riesigen Raum die Musik auch in meinem Kopf einnimmt. Es gibt nur wenige Tätigkeiten, die ich ausführen kann während ich bewusst Musik höre:

  • Musik hören (duh!) und/oder vielleicht noch das dazugehörige Video (mit Video meine ich hier „Konzertmitschnitt“, also eher sowas, oder sowas, auf gar keinen Fall sowas) gucken. Wobei ich dann dazu neige dem Gitarristen/Bassisten/Schlagzeuger/Keyborder/Harfenspieler auf die Finger bzw. Füße zu schauen, was mich von der eigentlichen Musik ablenkt und meine Aufmerksamkeit auf das betreffende Instrument beschränkt.
  • Einfache, mechanische Tätigkeiten wie Laufen/Gehen, Betten machen, Schuhe zubinden, Kochen, Autofahren. Alles das was funktioniert, ohne dass man großartig „nachdenken“ muss. Aktivitäten, die nur durch das Bewusstsein angestoßen werden („Schuhe zubinden! Jetzt!) und dann komplett vom Mustergenerator in der Kleinhirnrinde „erledigt“ werden. Erfordert die betreffende Tätigkeit dann aber erhöhte Aufmerksamkeit (heikle Verkehrssituation, anbrennendes Essen, Schubendel reißt oder ein Finger ist taub, weil eingeschlafen, …) tritt die Musik komplett in den Hintergrund. Morgens zur Arbeit fahren geht normalerweise komplett ohne dass ich mir bewusst irgendwelche Gedanken über die Fahrt zur Arbeit mache(n muss).

Alles, was aktives Nachdenken erfordert, also z.B. meine Arbeit, funktioniert nicht zusammen mit Musik. Oder ich kriege von der Musik nichts mehr mit.

Die Situation heute morgen war folgende. Ich habe gestern dieses Video auf youtube entdeckt, die Melodie um die es mir geht, läuft im Intro und kommt bei ca. 1:10 nochmal, diesmal etwas „genauer“ (Neusprech: 2.0):

Im Radio lief „Faded“ von Alan Walker (wuss? ich dachte bisher, das singt ein Mädel) – wie übrigens jeden Morgen und jeden Nachmittag, ich weiß gar nicht, warum ich mir sowas noch antue –  und mir ging (visuell, die Synchronscheibe des Scanners bei 1:10 war es) dieses Video durch den Kopf. Deswegen versuchte ich, während im Radio dieser Song lief, mich an die Melodie des „Imperial March“ zu erinnern (dääää-dääää-dää–duu-di-dääää… usw.).

Es ging um’s Verrecken nicht! Weder der Rhythmus, noch die Melodie kamen mir in den Sinn. Ich habe es noch ein paar 10 Sekunden lang bewusst versucht, es wurde aber nichts draus. Und vom Autofahren habe ich in diesen Momenten auch nichts richtig mitbekommen. In dem Moment wo ich das Radio ausschalte, geht es in meinem Kopf „dääää-dääää-dää–duu-di-dääää…“ usw.

Wenn ich jetzt, mit der frischen Erinnerung an diese Melodie, mir genau dieses Lied („Faded“, wie kann man eigentlich mit sowas Geld verdienen?) anhöre, habe ich übrigens keinerlei Probleme, mir den „Imperial March“ auch akustisch vorzustellen, wobei dann aber auch wieder die gehörte Musik komplett in den Hintergrund des Bewusstseins tritt.

Ob es auch dann noch (und auch bei anderen Liedern) funktioniert, wenn ich morgen früh nicht mehr aktiv den Imperial March im Ohr, bzw. Kopf, habe, kann ich jetzt noch nicht sagen. Das tue ich dann morgen. Oder die Tage. 😉

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Geblitzt


… irgendwo im „Bergischen“.

Unübersichtliche Strecke, die ganze Zeit 70, 80, 50, 60, je nach Gelegenheit. Und die ganze Zeit so einen Wichser mit seinem fetten Jeep hinter mir. Drängelt. Kennt sich aus. Weiß, wo die Blitzer stehen, wie mir hinterher klar wird. Kann aber nicht überholen, weil es einfach nicht geht.

Wenn ich die ganze Zeit von hinten bedrängelt werde, wo 60 oder 70 km/h Höchstgeschwindigkeit gilt, läuft das bei mir anscheinend darauf hinaus, mich bis auf 10 oder 20 km/h über dem erlaubten Limit einzulassen. Alleine um den Abstand zum Hintermann (der wirklich nervt mit seinen 5m) zu vergrößern.

Auf einmal bemerke ich im Rückspiegel, wie er zurückfällt, ich gucke nach vorne und schaue stracks in einen Stationärblitzer. 60 km/h erlaubt. Ich knapp Achtzig auf der Uhr; Flash!. Danach überholt er mich. Ich könnte kotzen. Ich werde an der Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen noch mehr arbeiten.

Drängeln muss mir egal werden. Sollen doch die anderen kotzen!

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