Archiv für die Kategorie Technologie

Hörgerät ausprobiert


Meine Mum bekommt gerade ihre Hörgeräte (sie probiert verschiedene aus) eingemessen und anatomisch angepasst. Es hat sich herausgestellt, dass sie auf einem Ohr nur noch 15% und auf dem anderen knapp 50% – äh, heißt das so? – Hörkraft hatte.

Akut wurde das Problem aber erst, als sie den Lautstärkeregler ihres TVs an den Anschlag (110, auch geil) gebracht hat.

Während ihre Welt „lauter“ geworden ist (Vogelzwitschern, das Ticken der Küchenuhr, Motorgeräusche beim Autofahren, die Dudelmucke im Supermarkt), ist meine leiser geworden. Ich kriege nicht mehr mit, was gerade im TV läuft (sie wohnt über mir), sie läuft leiser, sie redet leiser und macht ihre Türen leiser zu, der Fernseher steht auf unter 50. Und ich muss selbst nicht mehr so laut reden, wenn wir uns unterhalten.

Heute morgen beim gemeinsamen Kaffee bin ich auf die Idee gekommen, mit selbst mal eins der Teile in’s Ohr zu stecken. Ich selbst habe noch ziemlich gute Ohren für mein Alter (knapp 50), aber auch für mich ging eine neue Welt auf. Ich hatte plötzlich das Gefühl, die Flöhe husten zu hören. Aber nicht unangenehm laut (ich hatte mir das von dem 50%-Ohr genommen), sondern einfach unglaublich klar und „crisp“.

Was mir, als normal-hörigem allerdings sofort aufgefallen ist, war die Verzögerung zwischen dem „echten“ Geräusch und dem verstärkten. Die Küchenuhr tickt einmal die Sekunde und es hörte sich an wie „Tick-ick, tick-ick, …“. Das waren mindestens 200 ms „time-lag“. Wenn man aber „ohne“ eh nichts mehr hört (oder kaum noch was), fällt das natürlich nicht auf.

Für mich als Signalverarbeiter (Softwareentwickler) deutet das eindeutig auf eine gehörige(sic!) Portion digitale Signalverarbeitung hin, die in den knapp 1,5 cm³ des Geräts stattfindet. Und die Batterien halten zwei Wochen bei 12/7 Dauergebrauch.

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Woah, das ist schnell!


Es gibt Lebewesen, die bewegen sich nicht nur relativ gesehen – also bezogen auf die Körpergröße/-Länge – sehr schnell, sondern auch absolut. Der Wanderfalke erreicht nachgewiesene 140 km/h (knapp 40 m/s!) beim Jagen. Das ist nicht nur absolut schneller als z.B. der Gepard (knapp 95 km/h, also gut 25 m/s – eins meiner Lieblingstiere). Bezogen auf die Körperlänge (40 cm mit Schwanz zu 2.5 m beim Gepard, ebenfalls mit Schwanz) „macht“ der Falke also 100 Körperlängen pro Sekunde und der Gepard „nur“ 10.

Dann gibt es noch ein paar Fische, die gehen im Wasser ähnlich voran, wie der Gepard. Der Fächerfisch (wie der Gepard ca. 2,5 m lang) erreicht (unter Wasser!) ähnliche Geschwindigkeiten, wie der Gepard in der Steppe. Thunfische, Marlin und ähnliche müssen da nicht sonderlich zurückstecken.

Und natürlich gibt es Maschinen (bzw. von Maschinen abgefeuerte Projektile), die mehrere 100 „Körperlängen“ pro Sekunde zurücklegen. Ich denke da an Jagdflugzeuge, Schusswaffen und Raketen.

Jetzt haben ein paar Jungs und Mädels von der Rice University ein „Nano-U-Boot“ „gebaut“, was alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Es bewegt sich bei Bestrahlung mit UV-Licht „von selbst“ durch verschiedene Flüssigkeiten.

Das Nano-U-Boot ist (in meinen Augen) eigentlich „nur“ ein organisches Molekül (es besteht aus 244 Atomen, die zu einem großen Teil in organischen Ringen und Ketten angeordnet sind). Es hat aber mehrere sogenannte „Funktionszentren“. Vorneweg das „Headlight“, welches rot leuchtet, wenn UV-Strahlung darauf fällt. Damit haben die Wissenschaftler das U-Boot durch die Flüssigkeit „verfolgt“. Daneben gibt es eine Reihe von Doppelbindungen, die durch UV-Licht aufgebrochen werden und sich dabei um 90° in eine definierte Richtung verdrehen. Kurz nach diesen 90° gibt es aber anderswo einen stabilen Zustand, in den sich der Strang dreht; dadurch entsteht „anderswo“ wieder eine Doppelbindung und das Spiel kann von vorne losgehen.

So kommt der „Propeller“ auf ca. 1 Mio. Umdrehungen pro Minute und das um die 10 nm (Nanometer, millionstel Millimeter) große „U-Boot“ bewegt sich mit bis zu 2 cm/s durch die Flüssigkeit. Bezogen auf die Größe des „Geräts“, sind das 2 Mio. Körperlängen pro Sekunde. Und das durch ein – aus Sicht des Moleküls – hochviskoses Medium.

20000 mal „schneller“ als ein Falke.

Einen genaueren Artikel mit Quellen gibt’s hier

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Leuchtmittel


In den letzten zwei Wochen sind mir hier zwei Glühbirnen (einmal 200 Watt in der Küche und 60 Watt im Wohnzimmer) geplatzt. Ersatz dafür gibt es ja nun nicht mehr.

Also habe ich mir – erstmal eine, zum Testen – LED Birne gekauft. Und zwar eine LED STAR classic A 60.

Die hat folgende Daten:

  • Hersteller ist Osram, „Made in Germany“ steht drauf.
  • Energieeffizienz A+
  • Verbrauch 10 W
  • entspricht 60 W Glühobst
  • 806 lm (Lumen)
  • Lichtfarbe 2700 K, warm weiß
  • 60% Licht nach Null Sekunden (ist klar, denn das sind LED, die sind schneller als Glühobst)
  • „Leuchtdauer“ 15000 h (bis die Helligkeit unter X-% gesunken ist, gibt es eine Norm für)
  • 100000 Schaltzyklen
  • 0% Quecksilber
  • €9.99 im Edeka (war ein Test, dafür tu ich mir keine Bestellerei im Internet an, nicht für eine Lampe, nur damit es 3€ billiger wird …)

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Supraleitung bei Raumtemperatur?


Jein!

(Ich benutze hier, nicht ganz korrekt, Raumtemperatur als Synonym für Zimmertemperatur.)

Zur Zeit geistert eine Nachricht durch die (Fach-?) Medien, die mir für kurze Zeit eine kleine Gänsehaut beschert hat.

Z.B. Forschung & Wissen titelte in einem Artikel:

Neuer Supraleiter leitet Strom bei Raumtemperatur

Und das ist ja, streng genommen, noch nichtmal falsch oder gelogen. Ganz im Gegenteil ist es eine äußerst interessante Entdeckung. Wer Genaueres wissen will, kann sich ja das frei verfügbare Paper hier ansehen. Aber Vorsicht: das ist nichts für einen Nachmittag auf der Toilette!

Ich versuche das mal, aus meiner informierten Halb-Wissenschaftler Sicht zu erklären.

Was die Wissenschaftler da an Material gebastelt haben, ist ein sogenannter „unconventional superconductor“, ein landläufig als „Hochtemperatur Supraleiter“ bezeichnetes Material. Diese Supraleiter bestehen üblicherweise aus Keramik und haben Sprungtemperaturen oberhalb von einigen wenigen Kelvin (dieser spezielle hatte ein Tc von knapp 40K) und sind normalerweise bei Temperaturen oberhalb der Sprungtemperatur Isolatoren, leiten elektrischen Strom also sehr wenig bis gar nicht. Unterschreitet man von oben die Sprungtemperatur nach unten, durchlaufen diese Materialien einen sehr schnellen Übergang auf einen elektrischen Widerstand von genau null. Nicht 10-hoch-minus-hastenichgesehn, sondern genau null.

Dieses neue Material hat nun aber die Eigenschaft, oberhalb der Sprungtemperatur nicht abrupt seine ideale Leitfähigkeit zu vierlieren, sondern nur langsam. Außerdem ist es bei Raumtemperatur immer noch ein „normaler“ metallischer Leiter.

Das ist das Neue und Spannende an dem Material.

Dann gibt und gab es auch schon in der jüngeren Vergangenheit Beispiele für „richtige“ Supraleitung bei Raumtemperatur.

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Grafik: Anzahl der Wunder über die Zeit


https://adversusapologetica.files.wordpress.com/2013/05/frequency-of-miracles.jpg?w=620

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germanwings


Ich muss da jetzt auch mal was zu schreiben.

Die deutschen Airlines wollen ja jetzt auch die „4-Augen“ bzw. „2-Personen“ Regel einführen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist, geschweige denn die „Lösung“ des Problems, dass einer der (Co-)Piloten die Maschine mit Absicht in den Boden rammt (wenn’s denn so gewesen ist, wovon ich im Kontext dieses Artikels einfach mal ausgehe).

Eine Lösung habe ich nicht, aber ein paar Gedanken dazu:

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kommando-Inhaber sich entscheidet, es zu tun? Bisher haben wir dazu reichlich wenig Datenpunkte. Es mag zwar schon öfter passiert sein, aber ich kenne bisher nur zwei Fälle. Und in diesen Fällen wird auch nur vermutet, dass …

Wenn beim Verlassen des Cockpits ein (psychologisch untersuchter) Pilot durch eine(n) Steward(ess) ersetzt wird, ist eine zusätzliche Person im Cockpit, von deren psychischem Zustand man nichts weiß. Diese Person könnte ohne weiteres den kommandohabenden Piloten ausschalten und selbst „am Rad drehen“ (hiermit ist die Höheneinstellung des Autopiloten gemeint).

Wenn man wirklich Daten zu den beteiligten Wahrscheinlichkeiten hätte, könnte man etwas dazu sagen.

Aber so? Das ist im Kaffeesatz lesen.

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Engländer und Franzosen


… oder sollte ich lieber sagen: Englisch und Französisch?

[Update wg. ein paar Typos]

Mir ist als kleines Kind (hmm, ab wann habe ich mit f Französisch-Lernen angefangen, als mein Cousin in die 5. (7.?) Klasse kam, da war ich in der 4./6.) schon aufgefallen, dass Abkürzungen, die man, wenn man, … äh, wie sag‘ ich’s?

Man nimmt sich das Akronym eines international verwendeten Begriffes, welches selbst zum Begriff geworden ist. Einmal die „internationale“* und damit auch deutsche AKü (Abkürzung). Dann setzt man die französische* hintendran. Oder umgekehrt. Und was erhält man?

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