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Gedanken zur Missbrauchsdebatte


Es gibt leider keine Videos zum Artikel. Das war eigentlich geplant (und auch schon geschnitten). Aber mir ist bei der Aufnahme aus bisher unbekannter Ursache der Ton entglitten, der bewegt sich frei zwischen 5 Sekunden zu früh und zu spät, das kann man echt keinem antun, deswegen nur der Link auf das ZDF-Original-Video! Dafür gibt’s Screenshots.

Zur Sendung Maybrit Illner Spezial im ZDF am 22.04.2010. Ich hoffe das ZDF verzeiht mir, dass ich youtube als verlängerte Mediathek benutze, denn dDas ZDF wird diese Sendung demnächst löschen (müssen). Solange das ZDF das noch nicht getan hat, hier der direkte Link zur kompletten Sendung (DSL 2000+) im ZDF:

Illner Spezial vom 22.04.2010

… es gibt eine Zeit für alles … (Illner zu Bueb bei Illner)
… das steht schon in der Bibel so … (Niedecken zu Illner bei Illner)
… ich will das jetzt nicht theologisch interpretieren … (Bueb zu Niedecken bei Illner)

Die Gäste der Sendung

Insgesamt eine bemerkenswerte Sendung, wie ich finde.

Es wurde sich ausnahmsweise mal nicht die ganze Zeit gegenseitig widersprochen oder in’s Wort gefallen, die Teilnehmer haben sich erfolgreich bemüht beim Thema zu bleiben und die gestellten Fragen wirklich zu beantworten. Keiner hat sich wie ein Politiker verhalten (ausser vielleicht unsere Familienministerin Schröder, doch zu der später …). Manchesmal wäre ein Moment für Zwischen-Applaus gewesen. Das Publikum hat dann aber meist mehr Takt als ich bewiesen und den Redner ausreden lassen.

Mixa – in absentum (oder wie das heisst)

Ist zurückgetreten. Klar, er hat vorher schon gemeint „ich trete jetzt besser erstmal zurück“, hat das bis vor ein paar Tagen aber offensichtlich anders interpretiert als nun. Gut so. Recht so.

Weiter so, „heilige“ katholische Kirche!

Ein - ich glaube - sich wirklich schämender Jaschke

Jaschke

Ich habe den Hamburger Weih-Bischof Hans-Jürgen Jaschke ja bis vor zwei/drei Wochen noch für einen arroganten Wichser gehalten. Ich war erschrocken, wie alt der in den letzten Tagen geworden ist. Der Mann machte mittlerweile einen eher erschütterten Eindruck und ich glaube diesem Eindruck. Trotzdem ist und bleibt das Problem, daß es ihm und der Kirche mehr um ihr verlorenes „Vertrauen“ als um Wiedergutmachung für die Opfer zu gehen scheint.

Niedecken, auch Opfer

Ein abgeklärter, distanzierter, altersweis(s)er Niedecken

Ich wusste gar nicht, daß der schon vor 20 Jahren ein Buch über sein (und anderer Schüler) Martyrium veröffentlicht hat. Muss ich wohl mal lesen. Er analysiert die Sachlage erfrischend distanziert. Ungeachtet der Tatsache, dass er und seine Schulkollegen damals unglaubliche Sachen haben erleben „dürfen“, wie etwa die angesprochene „Aufklärung“ durch einen bestimmten Pater, wofür man auf dessen Schoss sitzen musste/durfte (statt ausgepeitscht zu werden, was von einigen als „besser so“ empfunden wurde). Und Niedecken ist meiner Meinung nach ein so gefestigter Mensch, weil er sich seinen Frust jahrzehntelang von der Seele gesungen hat. Er hackt auch nicht unnötig scharf auf der Kirche rum, die für seine Misere verantwortlich war. Respekt. Auch Niedeckens Vater hat sehr vernünftig gehandelt damals, was sicher nicht selbstverständlich war.

Hubert Kastner

Hubert Kastner bei Illner Spezial

Hubert Kastner – Opfer Kloster Ettal

In den letzten Tagen mitunter in den Medien als verkapptes raffgieriges Pseudo-Opfer angedeutet (natürlich mit einem Riesen-Fragezeichen und einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat von wegen „Entschädigung“ – for the record: es drehte sich um eine „Entschädigung“ in der Höhe, wie diese Jungs sie damals haben leisten müssen – 50 Pfennig, in den 70-ern – um dem Rohrstock zu entgehen). Im geht’s sicher nicht um’s Geld, wie das ein oder andere „renommierte“ Online-Medium meinte vermuten zu müssen. Ich meine die Welt-Online wär’s gewesen, aber nagelt mich bitte nicht darauf fest!

Mir kam er vor, wie ein komplett zerstörter und früh gebrochener Mensch. Er empfindet sich wohl auch selbst so (verständlich), vermutet in der „Erziehung“ im Kloster Ettal die Absicht, die derartig „erzogenen“

… zu brechen … mit was auch immer für einem Ziel vor Augen …
(Kastner bei Illner)

(Ich habe mir übrigens ausschliesslich bei diesem Bild die Arbeit gemacht, das ZDF-Logo wieder in den benutzten Ausschnitt hineinzuflicken …)

Ein um Fassung ringender Bernhard Bueb

Bueb

Der legendäre Pädagoge Bernhard Bueb.
Ehemals Internat Schloss Salem, früher mal 2 Jahre Lehrer unter Gerold Becker an der mittlerweile ebenfalls „legendären“ Odenwaldschule. Er hatte mehrmals sichtlich Mühe, seine Fassung zu bewahren, angesichts der geschilderten Vorfälle und der ganzen bisher in allen Institutionen unter den Teppich gekehrten Scheisse, die jetzt langsam an’s Tageslicht kommt.
Ja ich finde die Ansichten dieses sehr beherrschten Herrn richtig. Und gut. Sogar richtig gut. Wenn ich Kinder in die Obhut eines fremden Menschen geben müsste, der isses. Er zeigt ein sehr ausgewogenes Mass an Selbstkritik, Überblick, Distanz und Involviertheit. Ausserdem kann man ihm ein unter der Nachweisgrenze liegendes (falsches) Betroffenheits-Gehabe bescheinigen. Und das, obwohl er neben der Pädagogie auch Theologie betreibt, die er aber hier konsequent als Be- oder Entschuldigung aussen vor lässt!

Thomas Pfister

Rechtsanwalt, vom Bistum(!) Beauftragter.

Familienministerin Schröder bei Maybrit Illner.

Schröder (Familienministerin)

Kristanna Loken als T-X in Terminator 4.

Von mir eigentlich auch als Mitglied des „Witzfiguren-Kabinetts“ verspottet, machte teilweise auch einen „echt betroffenen“ Eindruck (siehe Links). Sie versteigt sich aber im Laufe der Sendung zu ein paar Aussagen – provoziert von Niedecken – auf die ich sie in Zukunft gerne festnageln werde …

Dazu mehr in einem zukünftigen Artikel! Jetzt langt’s für heute.

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