Träumereien


Aussergewöhnlicher Träumer, der Yeti?

Ich habe die fragwürdige Segnung, mich jede Nacht an mindestens drei bis vier Träume erinnern zu können bzw. müssen, ob ich das will oder nicht. Mein Traumerleben jede Nacht beträgt geschätzte 1 bis 2 Tage. Jede Nacht.

Obendrein habe ich einige Traum-Kategorien bzw. traumähnliche Zustände erlebt, von denen manche Menschen gar nicht wissen, dass es so etwas gibt. Ehe ich mit anderen Leuten darüber gesprochen hatte, war ich natürlich der Meinung, jeder hat solche Traumerlebnisse.

Man sollte nicht von sich auf andere schließen und schon gar nicht bei Traumerlebnissen (obwohl ich da Muster erkenne, die auch bei anderen Leuten, die mir von ihren Träumen erzählen, auffallen). Vieles von dem, was ich im Traum erlebt habe, bleibt vielen Menschen anscheinend ihr ganzes Leben lang verborgen.

Manches davon wollen die meisten Leute auch gar nicht erleben, wenn ich ihnen davon erzähle; nichtsdestotrotz finde ich diese Erlebnisse immer wieder spannend und nur kurzzeitig verstörend.

Schlaflähmung beim Einschlafen …

Richtige Angst im Traum kenne ich seit den ersten 20-30 Schlaflähmungs-Erfahrungen beim Einschlafen eigentlich nicht mehr wirklich. Eigentlich vermisse ich diese Erfahrungen fast schon, die stark an OBEs (Out Of Body Experiences) erinnern. Nachdem ich nach der zwanzigsten oder dreißigisten Erfahrung dieser Art (und vielen Gesprächen mit Freunden darüber) meine Angst verloren hatte, habe ich sie eigentlich immer genossen. Ich habe aber lange Zeit keine mehr gehabt, nur noch sporadisch. Zeitweise war das allerdings so arg, dass ich keine richtige Lust hatte, mich abends zum Schlafen in’s Bett zu legen.

… und beim Aufwachen

Etwas anderes sind Schlaflähmungen beim Aufwachen. Die finde ich regelmäßig unangenehm bis verstörend. Teilweise beschäftigt mich das noch bis in die Frühstückspause hinein. Und die passieren mir mindesten zwei- bis dreimal die Woche. Nicht schön, aber man gewöhnt sich dran. Da gibt es (nach meiner Erfahrung) zwei Varianten:

  1. Weiter „träumen“, während man schon die Wach-Sinne (Sehen/Hören/Fühlen) wieder aktiviert hat; womöglich bereits mit offenen Augen. Man blendet also das Traumerlebnis in die tatsächliche Szenerie ein.
  2. Das Traumerlebnis bleibt bei der aktuellen Geschichte (z.B. eine geile Pulverschnee-Abfahrt in den Trois Valees), aber die Tiefenwahrnehmung (aka. Propriozeption) schaltet schon auf den noch schlafgelähmten Körper und seine reale Wahrnehmung um. Das macht sich im Traum dadurch bemerkbar, dass man sich nicht mehr richtig bewegen kann, nicht mehr sprechen kann oder den Mund zum Essen nicht mehr richtig auf und zu bekommt. Und das alles, während das Traumgeschehen um einen herum weiter seinen Lauf nimmt.
  1. #1 von Warmduscher am Juni 27, 2015 - 14:42

    Ah, auch ein Mensch mit Schlafstarre 🙂
    Ich hatte das allerdings bis jetzt nur drei- oder viermal und nur morgens.
    Dafür aber mit heftigen Angstgefühlen: Unheimliche Schatten im Zimmer und am Bett, akustische Hallus und Erstickungsgefühle.
    Verzeifelte Versuche meine Frau wachzubekommen, zu schreien oder aufzustehen liefen ins Leere.
    Irgenwann bin ich wieder weggeschlummert und dann normal wach geworden.
    OBEs hatte ich nicht. Ist das wünschenswert?

    Das immer regelmäßig zu erleben, stelle ich mir ziemlich krass vor. Ich bin froh, das ich nur noch „normal“ Träume.
    Gibt es für das Phänomen schon Erklärungsmodelle?
    Ich kenne nur diese Seite und das eingebettete Video.
    http://www.thesleepparalysisproject.org/about-sleep-paralysis/

    • #2 von Yeti am Juni 28, 2015 - 11:55

      Hi Warmduscher,

      sorry, Du warst (wohl wegen des Links) im Spam-Ordner gelandet. Deinen Link werde ich mir bei Gelegenheit anschauen, danke dafür.

      ich weiß nicht, ob es hier im Blog schon steht, aber ich träume gelegentlich auch bewusst.
      Irgendwann hatten sich diese Schlaflähmungserfahrungen so in meinem Tagesbewusstsein festgesetzt, dass mit bei diesen Erfahrungen bewusst wurde, dass ich eigentlich gerade immer noch träume. Danach war es eigentlich nur noch „Achterbahn“. Also Adrenalin ohne Angst.
      Danach hat die Anzahl dieser Zustände sehr schnell abgenommen. Mittlerweile würde ich sagen, weniger als einmal im Quartal. Und wenn, dann werde ich sehr schnell wach. Adrenalin beendet den Schlaf, im Traum empfundene Angst nicht unbedingt.

      Die Geschichten beim Aufwachen passieren mir zwar noch, aber – nunja – ich werde schnell wach, wegen der Anstrengung.

      Allgemein muss ich sagen, dass seit meiner letzten Umstellung der Medikamente (jeder der mich kennt weiß, dass ich psychisch gewisse wiederkehrende Probleme hab …) das alles viel viel weniger geworden ist.

      Und ich will mich nicht beschweren. Zwar sind die Träume (ich kann mich immer noch an mehrere pro Nacht erinnern) wesentlich trivialer geworden (es könnten auch Erlebnisse der Tage davor gewesen sein), das macht aber die Unterscheidung in der Erinnerung (war es real oder nur ein Traum) wesentlich schwieriger, als wenn man sich dran erinnert, dass man versucht zu essen, es aber nicht geht, weil man sich nicht angemessen bewegen kann; sowas erkennt man nach dem Aufwachen sehr schnell als Traum.

  2. #3 von Warmduscher am Juli 1, 2015 - 00:49

    Oha, dann wünsche ich dir alles Gute!
    Du hast ja anscheinend einen guten Weg gefunden damit umzugehen.
    Ich habe auch manchmal sehr reale Träume, allerdings ist die Erinnerung daran nach dem Aufwachen schnell weg und aus meinem Bewusstsein gelöscht.
    Schlimm sind vor allem die, wenn man ein Klo im Traum suchen muss und die ganze spannende Storyline plötzlich unterbrochen wird 😉
    Ich habe nur einen Traum der etwas in Erinnerung geblieben ist, weil ich daraus eine Anektote gemacht habe.
    Von diesem bewussten Träumen, was du angesprochen hast, habe ich auch mal gehört und in einem Forum ein wenig mitgelesen. Das läuft wohl unter luzides Träumen oder Klartraum.
    Das soll man sogar lernen können.
    Jedenfalls hoffe ich, das deine wiederkehrenden Probleme irgendwann verschwinden und die neuen Medikamente dir dabei helfen.

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